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Dissoziative Identitätsstörung


Allgemein ist die Dissoziative Identitätsstörung bzw. multiple Persönlichkeitsstörung dadurch gekennzeichnet, dass zwei oder mehrere Persönlichkeiten oder Persönlichkeitsanteile in einem einzigen Menschen vorzufinden sind. Jede dieser einzelnen Persönlichkeiten hat ein bestimmtes Alter, ein bestimmtes Geschlecht und eine bestimmte Funktion über Körper und Geist. Für einige der Persönlichkeitsanteile besteht Gedächtnisverlust und es besteht kein Wissen von anderen.  

Ein Anteil, als Gastgeberpersönlichkeit bezeichnet, regelt den Großteil des normalen Alltags. Die einzelnen Persönlichkeitsanteile haben oftmals unterschiedliche Stimmen, eine andere Gestik und Mimik, andere Körperhaltung, auch andere körperliche Erkrankungen. Die einzelnen Persönlichkeitsanteile (Alters) können abwechselnd in den Vordergrund treten. Diese Wechsel der Innenpersonen können z. B. mehrfach in einer Stunde sein. Dadurch kommt es zu großen Belastungen in der Gestaltung und Bewältigung von Alltagssituationen sowie im Kontakt mit anderen Menschen, da auch die GastgeberIn oftmals keine Kontrolle über die einzelnen Innenpersonen hat. Mitunter leiden die einzelnen Innenpersonen an plötzlich einschießenden inneren Bildern, an Filmerleben sowie an Gedanken und geraten darüber in Panik.  

Menschen mit einer dissoziative n Identitätsstörung fällt es dann schwer, ihr Erleben mitzuteilen, wenn dies stark schambesetzt ist. Sie versuchen oft, ihre Symptome im Alltag zu verbergen, besonders ihre Zeitverluste, die sie am Tage erleben und ihre Identitätswechsel. Sie bemühen sich intensiv, alles unter Kontrolle zu halten und teilen in ihrem Leben nur wenigen, sehr vertrauten Mensch ihr inneres Erleben mit. Da sie manchmal auch innere Stimmen hören, tritt bei einigen Betroffenen die Sorge auf, falsch beurteilt und behandelt zu werden.  

Im Übrigen können bei dissoziative r Identitätsstörung vergleichbare Symptome wie bei der Posttraumatischen Belastungsstörung auftreten wie z.B.: 

  • Erhöhte Schreckhaftigkeit

  • Depressionen

  • andauerndes Gefühl von Teilnahmslosigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen

  • andauerndes Gefühl von Betäubtsein und Stumpfheit

  • Vermeidung von Situationen, die mit dem Trauma zusammenhängen

  • Schlafstörungen

  • Alpträume.

Ursachen für die Entstehung der dissoziative n Identitätsstörung:

Die dissoziative Identitätsstörung entwickelt sich in der frühen Kindheit, vor dem 5. Lebensjahr, durch schwere, oftmals sich dauerhaft wiederholende Traumatisierungen. Damit sind schwere Gewalterfahrungen, besonders sexuelle Gewalterfahrungen gemeint. Durch das jeweilige Trauma wird ein bestimmter Persönlichkeitsteil dissoziiert (abgespalten), und dient als Überlebensstrategie. Somit können teilweise bis an die 100 Persönlichkeitsanteile entwickelt werden. Ursache kann auch das Erwachen aus der Narkose während einer Operation sein oder eine lang andauernde Vernachlässigung in der frühen Kindheit. Oftmals treffen alle drei Faktoren: Gewalt, operativer Eingriff und chronische Vernachlässigung, zusammen.  

Es gibt außerdem Menschen, die in ihrer Entwicklung durch die Teilnahme an den Sitzungen okkulter Sekten massiv traumatisiert wurden. Es wurde berichtet, dass diese Opfer in traumaähnlichen Zuständen für bestimmte Handlungen, die dem Bewusstsein nicht direkt zugänglich sind, „programmiert“ wurden. So kann später z. B. ein bestimmtes programmiertes Wort zu einer spezifischen Handlung führen, für die dieser Mensch keinen bewussten Zugang hat und die er deshalb nicht willentlich steuern kann.  

Unser spezielles Therapieangebot bei dissoziative r Identitätsstörung:

In der Eingangsphase findet eine ausführliche Diagnostik statt, bei der u. a. Fragebögen (FDS) sowie ein spezielles Interview (Scid-d) durchgeführt werden. Danach erfolgt die eigentliche psychotherapeutische Behandlung im Einzeltherapie-Setting gemäß den Richtlinien der ISSD sowie dem traumatherapeutischen Vorgehen nach Reddemann und Sachsse.  

Im Vordergrund der Therapie steht die Reduktion des inneren Stresses und die Verbesserung der Alltagsgestaltung. Späteres Ziel ist die Verbesserung der Innenkommunikation unter den einzelnen Persönlichkeitsanteilen und damit die Reduktion der bestehenden Beschwerden. Für das spezifische Erarbeiten, z. B. von mehr innerer Sicherheit, werden längere einzeltherapeutische Sitzungen geplant und durchgeführt. Es werden die einzelnen Faktoren herausgearbeitet, die die PatientInnen destabilisieren und es wird gemeinsam geplant und bearbeitet, wie diese Faktoren reduziert werden können.

Nach einer langen Therapiephase bzw. auch längerer ambulanter Therapie ist es auch möglich, traumatische Erfahrungen mittels EMDR zu bearbeiten.  

Begleitend zu den therapeutischen Sitzungen werden nonverbale Therapien angeboten wie z. B. Kunst-, Bewegungs- oder Musiktherapie sowie balneo-physikalische Anwendungen und auch sportliche Aktivitäten.  

M. Kraft, Dipl.-Psychologe
Leitender Psychologe
Psychologischer Psychotherapeut

Animationen animierte Augen

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Aktualisiert: März 2010

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